Seit 2006 besteht die Schulpartnerschaft mit der Affiliated High School of Peking University (PKU). Jedes zweite Jahr reisen im September circa 20 Schülerinnen und Schüler (ab Klassenstufe 9) nach Peking. Der Austausch richtet sich zunächst an die Teilnehmer der Chinesisch AG. Weitere Schülerinnen und Schüler können sich, wenn noch Plätze frei sind, um eine Teilnahme bewerben. Darüber werden die Klassen 9 und 10 rechtzeitig informiert. Die deutschen Teilnehmer wohnen und essen im Internat der High School und nehmen an verschiedenen Kursen je nach Themenschwerpunkt des Austauschs teil. Außerdem wird ihnen ein umfangreiches touristisches Programm geboten. Die Wochenenden verbringen sie in den Familien ihrer Austauschpartner.
Im Folgejahr besuchen uns meist im Juli die chinesischen Schüler/innen. Sie wohnen bei den deutschen Familien, nehmen stundenweise am Unterricht teil, machen Projektarbeit mit den deutschen Schülerinnen und Schüler, wobei die Verständigungssprache meist Englisch ist. Außerdem stehen auf dem Programm Ausflüge u.a. nach Esslingen, Stuttgart, Tübingen, sowie Firmenbesichtigungen u.a. bei unserem Bildungspartnerunternehmen Pilz und Museumsbesuche z.B. Daimler Benz Museum.

Entwicklung

Im Jahr 2005 sind wir gemeinsam mit dem Ferdinand-Porsche-Gymnasium in Stuttgart-Zuffenhausen und dem Stiftsgymnasium Sindelfingen in das Projekt China - Sprache, Wirtschaft, Kultur - eingestiegen, das bis 2010 von der Industrie und vor allem durch die Bosch Stiftung großzügig gefördert wurde. Während dieser Zeit konnten wir unser AG-Angebot entwickeln und eine Schulpartnerschaft mit der Affiliated High School of Peking University (PKU) besiegeln. Im Rahmen dieser Partnerschaft ist ein lebendiger Schüleraustausch entstanden, der wesentlich dazu beigetragen hat, den Blick unserer Schüler/innen auf China zu vertiefen und zu verändern.
Nach Beendigung des Projekts haben wir uns entschieden, das AG-Angebot und die Schulpartnerschaft in Eigenregie weiterzuführen. Der Austausch wird finanziell maßgeblich unterstützt durch unsere Bildungspartnerunternehmen Pilz und MairDumont.

Berichte

Im Zeichen des Teddys - Jubiläumsreise nach China

Mit einer Anniversary Party überraschte die chinesische Partnerschule in Peking die diesjährigen Austauschschüler des Heinrich-Heine-Gymnasiums in Ostfildern, als sie im September dort wieder einmal zu Gast waren. Seit genau 10 Jahren besteht dieser Schüleraustausch mit der Pekinger Schule. Und wie es sich für eine Geburtstagsfeier gehört, tauschte man Geschenke aus und wünschte sich alles Gute für den Fortbestand der Partnerschaft. Dabei fungierte der Teddybär als Symbol für Geburtstag als Glücksbringer. Richtig lustig wurde es, als man dann noch in einer „Talent Show“ gegeneinander antrat.
Einst, im Oktober 2006, reiste die erste Schülergruppe des Heinrich-Heine-Gymnasiums zum ersten Mal nach Peking an die Affiliated High School of Peking University, einer der renommiertesten Schulen des Landes. Damals waren es nur 12 Jugendliche, alles Teilnehmer der 2004 gegründeten Chinesisch AGs. Inzwischen haben weit mehr als 200 Schülerinnen und Schüler aus der Region am HHG Chinesisch gelernt und viele davon haben auch am Austausch teilgenommen. Dieses Jahr nun reisten 21 Schülerinnen und Schüler nach China, wobei nicht alle von ihnen Chinesisch lernen, sich aber für das Land und die Kultur interessieren und sich deshalb um eine Teilnahme beworben hatten. Begleiter der diesjährigen Delegation war Schulleiter Dr. Volker Müller, der anlässlich des Jubiläums seinem Schulleiterkollegen Wang seine Aufwartung machte. In Peking erwartete die Gruppe ein abwechslungsreiches Programm rund um das Thema „Stadtentwicklung“. So erfuhren sie viel über die Geschichte der Stadt, besichtigten die „Verbotene Stadt“, die bis heute das Zentrum und zentraler Ausgangspunkt für alle Straßenachsen bildet, wie im Museum for City Planning an Modellen eindrucksvoll deutlich wurde. Im Capital Museum und im alten Hutong- und Fischerviertel bekam die Schülergruppe einen Eindruck von der traditionellen Lebensweise. Super modern wurde es dann im Olympia Gelände, das in direkter Verlängerung der Verbotenen Stadt liegt.
Neben den touristischen Highlights standen die Begegnung mit den Austauschpartnern und gemeinsame Aktionen mit ihnen im Vordergrund. Da die deutschen Schülerinnen und Schüler unter der Woche im Internat der Schule untergebracht waren, traf man sich in der Schule, ging zusammen in den Unterricht oder machte einfach so Sport auf dem Sportplatz. Höhepunkt für alle war das Wochenende mit den Familien, das die Partner gemeinsam zuhause verbrachten. Alle waren überwältigt von der chinesischen Gastfreundschaft. Mit Geschenken überhäuft traten sie nach 10 Tagen wieder die Heimreise an, nachdem man sich bei einem Farewell Evening verabschiedet hatte. Bei dieser Gelegenheit luden die deutschen Schüler ihre „buddies“ für das nächste Jahr zu sich ein und stellten ihnen mittels einer Powerpoint-Präsentation ihre Stadt und Schule sowie die Umgebung vor. Das kam sichtlich gut an und die jungen Chinesen freuen sich schon auf den Besuch im „Ländle“.
(Petra Enz-Meyer)

Jubiläumsfeier - 10 Jahre Chinaaustausch

Am 15. November 2016 fanden in der Aula des Heinrich-Heine-Gymnasiums Feierlichkeiten zum zehnjährigen Bestehen der Schulpartnerschaft mit der Affiliated High School of Peking University statt. Gemeinsam mit etwa 130 Gästen wurde die Partnerschaft gewürdigt. Unter den Ehrengästen waren Oberbürgermeister Christof Bolay, der einst bei der Unterzeichnung des Partnerschaftsvertrags zugegen war und das Projekt seither unterstützt, MdL Andrea Lindlohr, Thomas Pilz, Geschäftsführer der Pilz GmbH, und Wolfgang Dienelt, Leiter des Personalwesen der Verlagsgruppe Mairdumont GmbH teil - beide Unternehmen sind Partnerunternehmen des HHGs und fördern den Chinaaustausch. In ihren Grußworten betonten alle Redner die Bedeutung eines solchen Angebots in Hinblick auf die Zusammenarbeit mit einem gerade auch für hiesige Unternehmen so wichtigen Handelspartner wie China. Sprache sei immer der Schlüssel für eine gute Zusammenarbeit, betonte Thoma Pilz. „Man muss dem Kunden zuhören und was noch wichtiger ist, seine Sprache sprechen, und sei es nur ein wenig. In China weiß man das sehr zu schätzen.“ Deshalb fördere sein Unternehmen das Chinaprojekt aus Überzeugung.
Geehrt wurden in diesem Zusammenhang auch die Gründungsväter Willi Fischer, der die Chinesisch-AG und damit verbunden den Austausch an das HHG brachte, Thomas Kirchberger, ehemaliger Schulleiter, der den Vertrag am 23. Juni 2006 im Beisein von OB Bolay unterzeichnete, sowie Volker Maurer, der einst im Kultusministerium für „grünes Licht“ für das Projekt sorgte. Blumen gab es für Frau Enz-Meyer, die seit Herrn Fischers Versetzung in den Ruhestand das Chinesisch-Projekt leitete und das sie nun an Frau Julia Keifer abgibt. Herr Dr. Müller bedankte sich bei Frau Enz-Meyer für ihr großes Engagement für die AGs und den Austausch. Außerdem bedankte er sich bei den Chinesisch-Lehrerinnen, Frau Niu, Frau Li und Frau Zhang, die die AG überhaupt ermöglichen und immer wieder Kinder und Jugendliche für diese doch nicht ganz einfache Sprache motivieren können.
Schülerinnen und Schüler, die noch vor sechs Wochen in Peking zum Austausch waren, präsentierten ihre Eindrücke und die Ergebnisse ihrer Projektarbeit zum Thema „Stadtentwicklung“. Dem Publikum wurde dabei vermittelt, wie gut interkultureller Austausch funktionieren kann. Neben Frankreich und Spanien ist dieser am HHG um die Dimension des Fernen Ostens erweitert worden.
Musikalisch umrahmt wurde die Feier durch das Orchester des HHGs unter Leitung von Claudia Kastl mit Variationen zu chinesischen Volksliedern. Tänzerisch kam Unterstützung von außen vom Tanzensemble BaiLan, das zu der wohlklingenden Melodie „Mondschein über dem Lotus-Teich“ in zartes Türkis-Rosa gekleidet geradezu über die Bühne schwebte. In bunten Kleidern mit überlangen Ärmeln folgte noch der Tanz „Tibetischer Karneval“, mit dem die Feierstunde endete. Im Anschluss an den offiziellen Festakt, bekam dieser einen kulinarischen Ausklang, bei dem sich im Foyer angenehm unterhalten werden konnte. Ermöglicht wurde dies dank der finanziellen Unterstützung durch den Förderverein „Verein der Freunde des HHGs“, der damit zum Geburtstagsessen einlud.
(Nadja Schmidt)