Studienfahrt Luxemburg 2017

Am regnerischen Morgen des 10. Juli machten wir 23 verschlafene Schüler uns zusammen mit Frau Hinz und Frau Schön auf den Weg auf die einzige Studienfahrt, die dieses Jahr in ein anderes Land gehen sollte. Der erste Stopp in unserem eigentlich viel zu großem aber entsprechend bequemen Reisebus war Schengen, die Grenzstadt im Süden Luxemburg, bekannt vor allem durch die Unterzeichnung der fünf Gründerstaaten des Schengener Abkommens. Mit diesem Hintergrund fuhren wir als erstes das unerwartet kleine „Musée Européen“ an, das neben einem Europadenkmal am Ufer der Mosel über die Unterzeichnung informieren und erinnern soll. Weiter ging es entlang der deutsch-luxemburgischen Grenze in Richtung der „Caves cooperatives des vignerons“ in Wormeldange, einer Sektkellerei in der wir nach einer sehr interessanten Führung durch den gesamten Prozess von der Traube bis hin zum fertigen Sekt, eine Pause für eine Sektverkostung einlegten. Am späten Nachmittag kamen wir schließlich in unserer üppig ausgestatteten Jugendherberge Beaufort an, im Osten des Landes, irgendwo im Nirgendwo.
Entsprechend der sehr ländlichen Lage begannen wir den nächsten Tag mit einer Wanderung durch die Wälder des beschaulichen Mullerthal. Die Schlösser von Befort wurden der vierstündigen Wanderung entsprechend anschließend nur aus den Fenstern unseres Busses „besichtigt“ und nach einer Mittagspause ging es weiter zurück an die deutsche Grenze nach Echternach. Da das Urteil über die leider schlechte anschließende Stadtführung sowohl von Schüler- als auch von Lehrerseite sehr negativ war entschlossen wir uns dass jeder die verbleibende Zeit in Echternach noch so gut wie möglich nutzen solle und so erkundeten wir den Rest des Tages die Stadt auf eigene Faust.
Am Morgen des 12. Juli verabschiedeten wir uns von unserer sehr schönen und modernen Jugendherberge und fuhren mit unserem Bus und Fibo, unserem Busfahrer, in den Norden nach Clerf wo eine Führung durch die renommierte Fotoausstellung „The Family Of Man“ auf dem Programm stand. Trotz des anfänglichen (eher prinzipiellen) Misstrauens gegenüber einer Fotoausstellung war die Mehrheit von uns am Ende sehr angetan von den spannenden Bildern und der interessanten Gestaltung der Ausstellung. Weiter auf unserer Tour durch das Land ging es gen Süden in Richtung Luxemburg Stadt. Auf dem Weg machten wir Halt am sogenannten „Lac De La Haute Sûre“ im Osten des Landes, an dem wir uns die Beine vertraten und eine kleine Auszeit am Ufer des Sees genossen. Gegen 17:00 kamen wir schließlich in Luxembourg an, einer Stadt, die aufgeteilt in Ober- und Unterstadt um und in ein Tal gebaut ist.
Angekommen in der Jugendherberge hatten wir die restliche Zeit des Nachmittags zur freien Verfügung in der Stadt, aßen was (auch wenn man sich bei den hohen Preisen eher an die Schweiz erinnert fühlte), mieteten uns Fahrräder oder erkundeten die Stadt zu Fuß. Pünktlich zum Sonnenuntergang trafen wir uns auf dem „Place de Guillaume“ zu einer Stadtführung durch Luxembourg. Unser anfängliches Desinteresse, ausgelöst durch die schlechte Erfahrung mit Stadtführungen in Echternach, wich schnell großem Interesse an der wunderschön gelegenen Stadt, die in das gelbe Licht des Sonnenunterganges getaucht war. Bis 22:30 schlängelten wir uns durch die Gassen der Stadt, vorbei am großherzoglichen Palast und endeten am Fuße belebten Innenstadt in der Unterstadt, wo wir uns bei sehr netter Atmosphäre mit den Lehrern noch in eine Bar setzten um den Abend ausklingen zu lassen.
Der nächste Tag begann nach einem kleinen Zwischenstopp in einem Schokoladenladen mit einer Führung durch das Stadtmuseum Luxembourg, bei der unsere Erwartungen an eine Museumsbesichtigung wieder einmal bei weitem übertroffen wurden. Das in die Erde gebaute Museum legte einem auf spannende Art und Weise die Geschichte der Stadt offen. Nachdem wir wir uns alle an unterschiedlichen (meist nach möglichst billigen Preisen ausgesuchten) Orten der Stadt mittags gestärkt hatten fuhren wir weiter zum Europäischen Rechnungshof, neben dem Europäischen Gerichtshof eine von vielen politischen Einrichtungen der Stadt, wo wir von einem Mitarbeiter empfangen wurden. Nach einer kurzen Einführung was der Rechnungshof denn überhaupt macht hatten wir die Möglichkeit über einige politische Themen zu diskutieren. Die Vor- und Nachteile der EU und die Folgen und Auswirkungen des Brexit sind nur zwei Beispiele der spannenden Runde mit dem Angestellten der EU. Anschließend hatten wir den Nachmittag zur freien Verfügung und erkundeten die Stadt, ihre vielen Geschäfte, Plätze und Bars. Anlässlich unseres letzten gemeinsamen Abends trafen wir uns Abends in der Unterstadt wo wir gemeinsam essen gingen. Eigentlich nur aufgrund eines Missverständnisses trafen wir uns danach alle, einschließlich Frau Hinz und Frau Schön, in einer Disco wieder und fielen als wir tief in der Nacht wieder in unserer Jugendherberge ankamen müde in unsere Betten.
Am Morgen unseres Abreisetages machten wir noch eine Führung durch die „Kasematten“, einer Verteidigungsanlage aus dem 17. Jahrhundert. Müde vom letzten Abend und den Ereignissen der letzten Woche begaben wir uns schließlich wieder auf in Richtung Heimat, voll Zuversicht dass wir alle nochmal nach Luxemburg zurückkommen werden!
Abschließend möchten wir uns nochmal ganz herzlich bei Frau Hinz und Frau Schön für die tolle Studienfahrt bedanken, die uns sicher allen in Erinnerung bleiben wird!

Jakob Schüssler, K2