Das Heinrich-Heine-Gymnasium bietet in der Kursstufe regelmäßig Seminarkurse an.

Ziele eines Seminarkurses

Seminarkursen sollen die Teilnehmenden auf ein Hochschulstudium vorbereiten und ihnen dafür notwendige Arbeitstechniken vermitteln – daher auch der Name „Seminarkurs“. Die vermittelten Arbeitstechniken reichen von Literaturrecherche, Arbeiten mit Datenbanken über Erstellen einer Literaturliste, Zitiertechnik bis hin zur Erstellung einer schriftlichen Hausarbeit. Dazu nehmen die Schülerinnen und Schüler an einer Einweisung in der Stadtbücherei und ggfs. der Württembergischen Landesbibliothek teil. Vorträge und Projekte runden das Angebot ab. Außerdem bietet der Seminarkurs die Möglichkeit, sich intensiver und fächerübergreifend mit einem Thema auseinanderzusetzen.

Leistungsnachweise und Bewertung

Im Rahmen des Seminarkurses müssen die Teilnehmenden verschiedene Leistungen erbringen, zum Beispiel Kurzpräsentationen zu einem Thema, Exzerpte oder Abstracts erstellen, Zitierübungen erledigen, Literaturlisten erstellen und eine formal korrekte schriftliche Facharbeit verfassen.
Die Endnote ergibt sich aus den mündlichen und schriftlichen Leistungen während der Seminarfachsitzungen (50%) und der Seminarfacharbeit (25%) und dem Kolloquium (Präsentation und Prüfungsgespräch 25%). Der Seminarkurs kann für das Abitur angerechnet werden und kann bei entsprechender Fächerwahl die Präsentationsprüfung in einem 5. Abiturfach ersetzen. Die Seminarkursnote steht in jedem Fall im Abiturzeugnis, auch wenn sie nicht angerechnet wird.

Seminarkurse der vergangenen Jahre

  • 2012/13: Mythos China – Land zwischen Tradition und Moderne
  • 2013/14: Ernährung
  • 2014/15: Was darf der Mensch? – Aktuelle Fragen der Bioethik
  • 2015/16: Zukunft 4.0. – Leben mit künstlicher Intelligenz

„Das Gehirn: das coolste Organ von allen“ (Henning Beck)

Um dieses Organ und die Forschung an ihm geht es im Seminarkurs des Schuljahres 2016/17. Unter Leitung von Frau Schön und Herrn Schuster sind 16 Schülerinnen und Schüler der K 1 auf dem Weg, zahlreichen Phänomenen aus dem Bereich der Medizin, des menschlichen Verhaltens, Denkens und Handelns in Auseinandersetzung mit Ergebnissen der Gehirnforschung genauer auf die Schliche zu kommen.
Dabei spielen sowohl die naturwissenschaftliche als auch die sozial- und geisteswissenschaftliche Perspektive eine wichtige Rolle. In der Auseinandersetzung mit Einzelfragen unter der Überschrift „Gehirnforschung“ erlernen und üben die Kursteilnehmer zugleich die Methoden wissenschaftlichen Arbeitens, wie sie beim Studium an einer der Hochschule erwartet werden.

Der Vielfalt an Aspekten des Themas Hirnforschung sind kaum Grenzen gesetzt. So geht es um viele spannende Fragen:

  • Wie lässt sich Intelligenz definieren und messen? Intelligenz bei Mensch und Tier
  • Gedanken – mehr als elektrische Impulse?
  • Denken Männer anders als Frauen?
  • Welche Methoden zur Untersuchung des Gehirns gibt es, und wie groß ist ihre Aussagekraft?
  • Wie wirken Drogen im Gehirn?
  • Was weiß die Hirnforschung zu ADHS?
  • Wachkomapatienten – doch nicht völlig von der Außenwelt abgeschnitten?
  • Wie wirkt sich Stress auf die Leistungsfähigkeit des Gehirns aus?
  • „Neuroenhancement“ – die Lösung für alles?
  • Religion und Gehirnforschung
  • Spiegelneuronen – Erklärung menschlichen Sozialverhaltens?
  • An Gott glauben – eine spezielle Gehirnfunktion?
  • „Bewegung macht schlau“ – Bewegung und Lernen
  • Die Willensfreiheit des Menschen – alles Einbildung? (Libet-Experiment)
  • Verspricht die Hirnforschung mehr als sie erklären kann?
  • Kommunikation über Gedanken bei Totallähmung des Körpers? Therapeutische Möglichkeiten
  • Degenerative Hirnerkrankungen: Alzheimer, Parkinson, usw.
    Forschungsstand und therapeutische Ansätze
  • Ist der Mensch tot, wenn sein Gehirn nicht mehr funktioniert?
  • Die Problematik der Hirntoddefinition und die Organspende
  • „Digitale Demenz“ (M. Spitzer) -
    wie sich digitale Medien auf die Leistungsfähigkeit des Gehirns auswirken
  • Mit Hirnforschung die Kriminalität bekämpfen?