Hüpfburg, Tretboot, Riesenrad - Studienfahrt Wien

Wien hat mehr als nur Sehenswürdigkeiten zu bieten, wie sich im Laufe der sechs Tage zeigen sollte. Nach einer langen, aber dennoch unterhaltsamen Zugfahrt nach Wien verloren wir zuerst Frau Enz-Meyer beim U-Bahn fahren und dann wies uns Herr Mezger darauf hingewiesen, dass durchschnittlich 2,9 Menschen pro Woche in Wien ermordet werden. Hierbei handelt es sich aber meistens um Beziehungstaten und nicht um willkürliche Morde an Touristen. Der gesamten Gruppe ist im Verlauf der Woche auch nichts zugestoßen. Und auch Frau Enz-Meyer tauchte glücklicherweise lebend wieder auf.
Nach der Ankunft bekamen wir am Abend noch eine kleine Stadtführung von Herrn Mezger, welcher ein sehr beachtliches und umfangreiches Wissen über Wien, seine Gebäude und seine Geschichte besitzt. Der erste Abend endete an der Donau, wo wir uns in einer Hüpfburg im Wasser erstmal richtig austoben und uns dann zum Public Viewing in die Beach Bar trollen konnten.

Unser Programm, welches der Wetterlage angepasst wurde, bestand meistens aus zwei Punkten pro Tag und so kam es, dass wir viel Freizeit hatten, in der wir auf eigene Faust Wien erkunden, shoppen oder einfach nur Billard im Hostel spielen konnten. Wir hatten entweder um 7:30 oder um 8:30 Frühstücksbüffet in unserem Hostel und sind dann ca. eine Stunde später losgegangen. Die nahe gelegene U-Bahn Station hat uns ein einfaches und schnelles Fortbewegen ermöglicht.
Sehr beeindruckend und pompös waren die Schlösser Belvedere und Schönbrunn. Die Parkanlage Belvedère ist in barockem Stil mit vielen Statuen gestaltet, konnte aber nicht mit der Schönbrunns mithalten. Die Parkanlage hinter dem Schloss von Schönbrunn ist um einiges größer und akkurater als die Belvedères und wird gekrönt von dem Lustschloss, die sogenannte Gloriette, auf dem gegenüberliegenden Hügel. Schönbrunn konnten wir auch von innen besichtigen und daher sehen, wo und wie Sissi und Franz lebten. Wien bietet viele weitere sehenswerte Gebäude im Barock- und Jugendstil, so auch die Friedhofskirche auf dem legendären Wiener Zentralfriedhof, wo Berühmtheiten wie Beethoven und Falco liegen. Erstaunlich und einprägsam war der Anblick des Prunksaals der Österreichischen Nationalbibliothek, mit tausenden von uralten Büchern und Weltkarten. Auch die heute politisch genutzten Gebäude sind sehr repräsentativ, wie das Rathaus und das sich derzeit im Umbau befindliche Parlament. Interessant war auch die Führung durch das Opernhaus, die uns einen Blick hinter die Kulissen ermöglichte und viele überraschende Infos zum Opernbetrieb und dem berühmten Opernball bot. Die Wiener Oper zahlt den Künstlern beispielsweise sehr wenig, trotzdem ist es eine große Ehre und dadurch eine Chance für die Künstler, berühmt und anerkannt zu werden.
Programmpunkte wie Bootfahren auf der Donau, schwimmen gehen und über die Donauinsel schlendern haben das kulturell bildende Programm aufgelockert und abwechslungsreich gemacht. Sehr schön waren die Aussicht vom Kahlenberg über Wien sowie der anschließende Besuch auf dem Naschmarkt. Auf dem Naschmarkt gibt es sehr viele unterschiedliche kulinarische Köstlichkeiten, sodass jeder etwas Leckeres findet, um satt zu werden.
Das Sigmund Freund Museum, welches in der ehemaligen Wohnung der Freuds ist, erhält dadurch eine sehr besondere Atmosphäre im Vergleich zu anderen Museen und wir erfuhren im Rahmen einer Führung sehr viel über den Vater der Psychoanalyse, unter anderem, dass er 20 Zigarren pro Tag rauchte und deshalb sehr viele Aschenbecher, teils mehrere pro Zimmer, in seiner Wohnung verteilt hatte. Kurios war auch der Besuch im Narrenturm, einer ehemaligen „Irrenanstalt“, wo heute eine medizinische Sammlung untergebracht ist, die so manche zarte Gemüter an ihre Grenzen brachte.
„Das Beste kommt zum Schluss“ trifft komplett auf unsere Studienfahrt zu. Der Besuch des bekannten Praters am letzten Abend war mit Abstand der beste Abschluss, den wir hätten erleben können für diese Studienfahrt. Auf dem Prater sind wir gemeinsam im Wiener Riesenrad gefahren und anschließend im Schweizer Biergarten Essen gewesen. Das Essen und ein kleines Getränk wurde uns sogar dank Herrn Mezger spendiert.
Am letzten Abend haben wir sogar noch etwas Geld zurückbekommen, da Herr Mezger etwas mehr eingeplant hatte. Dadurch konnten wir dann alle den letzten Abend genießen und Achterbahnen etc. bis zum Abwinken fahren.
Wir hatten viel Spaß auf der Studienfahrt und können es nur weiterempfehlen sich diese Stadt anzuschauen und für sich zu entdecken, denn sie ist es wirklich wert!
Vielen, vielen Dank an Herrn Mezger für die Organisation, die Führungen, die Erklärungen und ebenfalls an seine Art mit unerwarteten und stressigen Situationen umzugehen, was für uns sehr amüsant war. Natürlich sind wir auch Frau Enz-Meyer sehr dankbar für alles, besonders dankbar sind wir aber für ihre beruhigende und gelassene Art, mit welcher sie immer wieder „deeskalierend“ wirkte.

(Sina Hülße, K1)