Das Heinrich-Heine-Gymnasium bietet in der Kursstufe regelmäßig Seminarkurse an.

Ziele eines Seminarkurses

Seminarkurse sollen die Teilnehmenden auf ein Hochschulstudium vorbereiten und ihnen dafür notwendige Arbeitstechniken vermitteln – daher auch der Name „Seminarkurs“. Die vermittelten Arbeitstechniken reichen von Literaturrecherche, Arbeiten mit Datenbanken über Erstellen einer Literaturliste, Zitiertechnik bis hin zur Erstellung einer schriftlichen Hausarbeit. Dazu nehmen die Schülerinnen und Schüler an einer Einweisung in der Stadtbücherei und ggfs. der Württembergischen Landesbibliothek teil. Vorträge und Projekte runden das Angebot ab. Außerdem bietet der Seminarkurs die Möglichkeit, sich intensiver und fächerübergreifend mit einem Thema auseinanderzusetzen.

Leistungsnachweise und Bewertung

Im Rahmen des Seminarkurses müssen die Teilnehmenden verschiedene Leistungen erbringen, zum Beispiel Kurzpräsentationen zu einem Thema, Exzerpte oder Abstracts erstellen, Zitierübungen erledigen, Literaturlisten erstellen und eine formal korrekte schriftliche Facharbeit verfassen.
Die Endnote ergibt sich aus den mündlichen und schriftlichen Leistungen während der Seminarfachsitzungen (50%) und der Seminarfacharbeit (25%) und dem Kolloquium (Präsentation und Prüfungsgespräch 25%). Der Seminarkurs kann für das Abitur angerechnet werden und kann bei entsprechender Fächerwahl die Präsentationsprüfung in einem 5. Abiturfach ersetzen. Die Seminarkursnote steht in jedem Fall im Abiturzeugnis, auch wenn sie nicht angerechnet wird.

Seminarkurs 2020/2021 - (1) Nachhaltige Ernährung und körperliche Fitness im Kontext des Klimawandels

Der Seminarkurs Nachhaltige Ernährung und körperliche Fitness im Kontext des Klimawandels widmet sich einem der aktuellen Themen unserer Zeit: Klimawandel und Nachhaltigkeit. Den Schüler*inneninnen soll über die Zugänge Ernährung und Sport ein persönlicher Bezug zu diesen Themen aufgezeigt werden, denn jeder kann durch seinen eigenen Lebenswandel einen Beitrag zum Erhalt unserer Erde leisten. Der Seminarkurs zielt darauf ab, dass die Teilnehmer*innen die Grundlagen der Ernährungswissenschaften und Trainingswissenschaften in Theorie und Praxis erfassen, anwenden und im Kontext des Klimawandels einen nachhaltigen Lebenswandel entwickeln bzw. ausbauen. Die Teilnehmer*innen sollen Wege zur aktiven Förderung der eigenen Gesundheit erlernen und in der Folge ihr Umfeld für eine nachhaltige Ernährung und körperliche Fitness im Kontext des Klimawandels sensibilisieren können.
Von den Teilnehmer*innen wird erwartet, die Inhalte des Seminars in Präsenzphasen und in Phasen des begleiteten Selbststudiums zu erschließen und umzusetzen. Unter Berücksichtigung eines anstehenden Hochschulstudiums werden wissenschaftliche Methoden und Arbeitsweisen eingeführt und in der Anfertigung einer Seminarfacharbeit angewandt und vertieft.

(Johannes Kühne und Dieter Liedtke)

Seminarkurs 2020/2021 - (2) Hirnforschung

Was wären wir ohne unser Gehirn! Aber wie funktioniert es und wie kann man dies untersuchen? Das sind nur zwei von vielen spannenden Fragen, mit denen sich 13 Schülerinnen und Schüler im Schuljahr 2020/21 unter Leitung von Frau Schön und Herrn Schuster befassen.
Wie es sich für ein spannendes Seminarfachthema gehört, werden wir versuchen, die Fragen rund ums Gehirn von verschiedenen Seiten aus zu betrachten. Biologische und medizinische Aspekte werden genauso in den Blick genommen wie geisteswissenschaftliche, philosophische, ethische und – bei Interesse - auch theologische. Da das Gehirn das lernende Organ schlechthin ist, liegen auch pädagogische, psychologische und soziologische Fragen auf der Hand.
Ein kleines Potpourri möglicher Fragestellungen: Auf welche Weise erfolgt die Kommunikation zwischen Neuronen im Gehirn? Wie aussagekräftig sind „bildgebende Verfahren“ in der Gehirnforschung? Was heißt „Lernen“ aus Sicht der Gehirnforschung. Wodurch lässt es sich günstig beeinflussen? Sind Frischluft, genügend Schlaf und Bewegung tatsächlich zu empfehlen? Und kann das Spielen von „Ballerspielen“ dazu führen, dass man zum Amokläufer wird? - Was geschieht, wenn sich bestimmte Bereiche des Gehirns krankhaft verändern oder durch einen Unfall verletzt werden? Gibt es therapeutische Möglichkeiten? - Eher philosophisch-grundsätzlicher Natur sind Fragen wie: Sind wir tatsächlich frei oder gaukelt uns das Gehirn dies nur vor? Was heißt „Bewusstsein“ – ist es die Summe unserer Gehirnaktivitäten? Welche physiologische Basis gibt es dafür und ist es möglich, die Vorgänge im Bewusstsein eines Subjekts von außen objektiv zu dechiffrieren? Sprich: Macht es die Gehirnforschung möglich, Gedanken zu lesen? Können vollständig bewegungs- und sprechunfähige Menschen durch Konzentration und elektronische Hilfsmittel Ja-Nein-Fragen beantworten? - Fragen über Fragen – eine Liste, die noch länger fortgesetzt werden könnte. Die Kursteilnehmer*innen erhalten also nicht nur einen Einblick in ein spannendes und auch dynamisches Forschungsgebiet, sondern dürfen ihr Wissen in selbstständiger Recherchetätigkeit – online und in der Stadtbibliothek – erweitern und die gewonnenen Erkenntnisse in Form von Kurzreferaten und einer finalen Abschlussarbeit präsentieren. – Hat also der Hirnforscher und Science-Slammer Henning Beck Recht, wenn er das Gehirn als das „spannendste Organ von allen“ bezeichnet? Ganz sicher!

(Fr. Schön und Herr Schuster)

Seminarkurse der vergangenen Jahre

  • 2020/21: Nachhaltige Ernährung und körperliche Fitness im Kontext des Klimawandels
  • 2019/20: Judentum, Israel und der Nahostkonflikt
  • 2018/19: Politisierung des Sports früher und heute
  • 2017/18: Glück
  • 2016/17: Das Gehirn: das coolste Organ von allen
  • 2015/16: Zukunft 4.0. – Leben mit künstlicher Intelligenz
  • 2014/15: Was darf der Mensch? – Aktuelle Fragen der Bioethik
  • 2013/14: Ernährung
  • 2012/13: Mythos China – Land zwischen Tradition und Moderne